Guatemala Projekt

Hintergrundinformationen zu den Orten unserer Projekte

Guatemala
Ca. 15 Millionen Einwohner – mit einer Wachstumsrate von 2,8% - zählt das Land Guatemala, der bevölkerungsreichste Staat Zentralamerikas mit einer Bevölkerungsrate von 92 Einwohnern pro km². Die Lebenserwartung beträgt 65 Jahre. Ein Großteil der Einwohner sind Nachfahren der Maya, der Rest europäischer oder asiatischer Abstammung. Die offizielle Sprache ist Spanisch, daneben gibt es 21 Maya-Sprachen. Ca. 90% der Einwohner gehören der katholischen Kirche an.

Das "Land des ewigen Frühlings" ist immer wieder ein Anziehungspunkt für viele Touristen, die sich sowohl von der Schönheit der Natur als auch von der Liebenswürdigkeit der Bewohner und ihren religiösen und kulturellen Bräuchen in den Bann gezogen fühlen. Was der flüchtige Blick des Besuchers jedoch kaum zu sehen bekommt, sind die seit Jahren anhaltende Gewalt und Kriminalität, Drogen- und Kinderhandel und die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Familien, die durch die Emigration ins Ausland oder die Migration im eigenen Land einen Ausweg aus der Misere suchen. Guatemala leidet unter extremen sozialen Gegensätzen. Die immer größer werdende Kluft zwischen der begüterten und privilegierten Oberschicht und der wachsenden Zahl derer, die für ihr Überleben nicht einmal mit dem Existenzminimum rechnen können, steigt von Tag zu Tag. Der Kampf der Kirche und vieler Menschen guten Willens um soziale Gerechtigkeit scheint oft ins Leere zu laufen.

San Carlos Alzatate
San Carlos Alzatate ist ein kleines Bergdorf im Zentrum Guatemalas - nur auf abenteuerlichen Straßen zu erreichen und durch die Lage im Gebirge und die klimatischen Gegebenheiten sehr arm. Es gibt viele Familien, die nicht wissen, wie sie auch nur den grundlegenden Lebensunterhalt sichern sollen, und wenn dann noch Missernten oder Krankheit dazukommen, geraten die Menschen schnell in existentielle Not. Gerade für sie soll das Projekt "Gesundheit und Ernährung" eine dringend benötigte Unterstützung sein.

San Gabriel/ San Pedro Pinula
Die Gemeinde San Gabriel liegt in der Dürrezone im Nordosten Guatemalas in der Diözese Baja Verapaz. Lange harrten die Christen dort ohne geistlichen Beistand aus. Sie baten immer wieder um einen Priester und bauten sogar ein Pfarrhaus, um ihrem Wunsch nach einem Seelsorger Gestalt zu geben. Nun sind sie glücklich, dass Missionarinnen des Institutes St. Bonifatius in dieses Pfarrhaus eingezogen sind, um mit den Menschen vor Ort "das Heute Gottes" zu leben.

Gleich zu Anfang wurden die Mitglieder herzlich empfangen. Die Dorfbewohner kamen und brachten heiße Maisfladen, Sojagetränk und schwarze Bohnen mit und wünschten, dass die Missionarinnen "um Gottes Willen" nicht wieder abreisten.

Was die genaue Aufgabe der Missionarinnen an diesem Ort sein würde, war vorab nicht festgelegt. So war eine große Offenheit für die Menschen da. Diese kamen auch bald, um ihre Sorgen und Nöte mitzuteilen. Mit ihnen zusammen konnte dann direkt vor Ort entschieden werden, welche Art von Hilfe am notwendigsten ist, um neben einem offenen Ohr und gutem Rat auch praktische Unterstützung zu geben. Die Gruppe hat vor allem Kontakt mit den Frauen des Dorfes, die ihren Familien ein Zubrot mit der Weberei erarbeiten. Alle hier sind Kleinbauern, aber die Felder bringen nicht den nötigen Lebensunterhalt. Deshalb verdienen Ehemänner und Söhne im Polizei- und Militärdienst in der Hauptstadt oder in anderen Regionen des Landes Geld für die Familien. Diese Arbeit birgt ein großes Gefahrenpotential in sich, denn gerade die jungen Männer geraten oft in den Sog der Kriminalität. Um den jungen Menschen, Frauen wie Männern, eine würdige Lebenschance zu geben, wird die Berufsausbildung unterstützt, zum Beispiel zum Lehrer.
Wegen der Regenknappheit in dem Gebiet sind die Ernten schlecht. Viele der Menschen in San Gabriel leiden Hunger, sobald der Mais von der Ernte des Vorjahres ausgeht. Vor allem viele Kinder sind unter- und fehlernährt. Die am schlimmsten betroffenen Familien werden durch den Zukauf von Mais unterstützt.

Auch für die benachbarten Bergdörfer Santa Rita, Chupel und Aguacate muss gesorgt sein. Acht Stunden zu Fuß sind sie von San Gabriel entfernt und sie haben weder Strom noch eine Wasserleitung. Einzig ein Fluss liefert Wasser zum Trinken, Waschen und Baden. Eigentlich gibt es in diesen Dörfern eine staatliche Schulspeisung. Die meisten Kinder kommen ihretwegen in den Unterricht. Doch der Dorflehrer berichtet, dass diese Hilfe immer wieder ausbleibt.

Weitere Informationen finden Sie auch unter
http://www.institut-st-bonifatius.de/de/Mission/Guatemala/

Wir danken dem Institut St. Bonifatius auch für die Überlassung des Bildmaterials.

Kirche in San Gabriel
Kirche in San Gariel
Ernährungsprojekt
Ernährungsprojekt
Landprojekt Las Vegas
Landprojekt in Las Vegas
Kinder in San Pedro Pinula
Kinder in San Pedro Pinula
Kapellenbau
Kapellenbau

Unsere bislang unterstützten Projekte:

Mit dem Ankauf von Nähmaschinen und anderen Materialien lernten die Frauen von Alzatate Kleidung zu nähen, Körbe zu flechten und selbstständig und unabhängig zu werden. Sie geben Gelerntes an andere Frauen und Mädchen weiter.

Unterstützung für die medizinische Pfarrklinik in Alzatate, die Anlaufstellte für einige tausend Menschen aus den umliegenden Dörfern ist.

"Steine aus dem Weg räumen": Da ein Großgrundbesitzer den direkten Zugang der Bauern zu ihren Feldern abgesperrt hat, könnten mit Spendengeldern eine 4 km lange Zuwegung dorthin gebaut werden.

Finanzierung von vier (von insgesamt 20) Blocksteinhäusern. In einfachen Häusern bestehend aus drei Zimmern (3x4m) mit Korridor und Küche leben bis zu 12 Personen unter einfachsten Bedingungen. Die Campesinos lieferten die Steine, leisteten Handlangerdienste und kochten Mittagessen (Bohnen und Mais) für die Maurer.

Existenzsicherung für 10 Familien, die ihre gepachteten Felder und Häuser zu verlieren drohten, weil Großgrundbesitzer sie durch kriminelle Machenschaften vertrieben.

Unterstützung bei der Ausbildung von Katechetinnen und Katecheten.

Unterstützung für unterernährte Kinder und ihre Familien beim Ankauf von Mais, weil die Ernten nicht genug Ertrag gebracht haben – 17 Euro werden benötigt pro Monat je Familie.

Hauswirtschaftkurs
Hauswirtschaftkurs
Klinik in Alzatate
Klinik in Alzatate